Borkenkrätze

Borkenkrätze: Beschreibung

Wenn man in Deutschland das Wort Krätze hört, denkt man automatisch an Obdachlose oder Dritte-Welt-Länder. Doch die unangenehme Hautkrankheit ist weiter verbreitet als gedacht und kann jeden treffen.

Anders als die meisten in unseren Breitengraden verbreiteten Krankheiten ist die Krätze eine parasitäre Erkrankung. Verursacht wird sie meist durch die Krätzemilbe, deren Weibchen sich in die Oberhaut bohren und in den Kanälen ihren Kot sowie ihre Eier ablegen.

borkenkrätze-bildDie Borkenkrätze ist eine besondere Form der Krätze und wird durch die Unterart Scabies Norvegica hervorgerufen. Hier sind besonders Patienten mit einer Immunschwäche betroffen, beispielsweise AIDS-Erkrankte, alte Menschen oder Chemotherapie-Patienten und Babys. Durch die Immunsuppression kommt es zu einer extremen Infektion, oft mit mehreren Millionen aktiven Tieren – im Vergleich dazu sind bei einer herkömmlichen Krätzeinfektion oft maximal 12 Milbengänge vorhanden. Aufgrund der hohen Infektionsgefahr ist eine strenge Isolation des Patienten notwendig.

Borkenkrätze: Symptome

Die ersten zwei bis fünf Wochen zeigen sich bei einer Infektion keine Symptome. Später stellen sich folgende Symptome ein:

  • Juckreiz und Hautläsionen an betroffenen Körperstellen
  • Allergische Reaktionen (auch an nicht betroffenen Stellen wie dem Gesicht)
  • Superinfekionen (durch Krätze begünstigte Infektionen) wie Abzesse oder Blutvergiftung

Borkenkrätze: Ansteckung / Übertragung

Die Übertragung erfolgt bei der Krätze von Mensch zu Mensch. Für eine effektive Übertragung der Milben ist ein intensiver Kontakt notwendig – ein Händeschütteln reicht für eine Übertragung nicht aus.

Klassischerweise wird die Krätze auf folgenden Wegen übertragen:

  • Geschlechtsverkehr
  • Kuscheln
  • Gemeinsames Schlafen in einem Bett
  • Das Waschen von betroffenen Kindern oder betroffenen Angehörigen

Borkenkrätze: Therapie

Da es sich um eine parasitäre Erkrankung handelt, muss der Erreger abgetötet werden. Folgende Medikamente eignen sich:

  • Permethrin (meist in Salbenform)
  • Allethrin (Spray)
  • Benzylbenzoat
  • Ivermectin

Borkenkrätze: Vorsichtmaßnahmen

Aufgrund der hohen Ansteckungsgefahr der Borkenkrätze sollten von behandelnden Personen Vorsichtmaßnahmen getroffen werden:

  • Schutzkittel und Latexhandschuhe tragen
  • Patienten sollten Baumwollhandschuhe und darüber Latexhandschuhe tragen
  • Untersuchung aller Kontaktpersonen auf Symptome
  • Alle Textilien bei 60 Grad waschen um Milben abzutöten

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